Wir fragen
die Parteien
Wir haben die Bundestagsparteien gefragt, was sie ganz konkret in der kommenden Legislaturperiode für die Verbraucher tun wollen.
Hier die Antworten zum Thema Nachhaltigkeit.
Was werden Sie in der nächsten Legislaturperiode unternehmen, damit Verbraucher auf einen Blick erkennen können, wie hoch der Energieverbrauch von Verbrauchsgütern ist, vom Auto bis zum Fernseher?
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Parteien in alphabetischer Reihenfolge
Bündnis 90/Die Grünen
Bessere Energiesparberatung, eine klare Energieverbrauchskennzeichnung und strenge Vorgaben für den maximalen Energieverbrauch sollen den Kauf von sparsamen Geräten für Verbraucherinnen und Verbraucher attraktiver machen. Der Umstieg auf zukunftsfähige Produkte soll so einfach wie möglich werden.
Die europäische Energieverbrauchskennzeichnung bei Haushaltsgeräten in den Kategorien von A bis G hat sich grundsätzlich bewährt. Sie muss nun zügig auf den neuesten Stand der Technik angepasst werden. Außerdem dürfen wichtige Produktgruppen wie Fernseher oder Autos keine Sonderrolle mehr spielen. Wir Grüne befürworten ein einheitliches System, dass ohne missverständliche Rabatte und Prozentabschläge auskommt. Wir unterstützen deshalb aktiv das Vorhaben der EU-Kommission für ein klares Energielabel.
Auch andere verbraucherrelevante Informationen sollen auf den Produkten verpflichtend werden. So wollen wir z.B. ein Nachhaltigkeitssiegel, das die ökologischen und sozialen Auswirkungen einer Ware deutlich erkennbar macht.
CDU/CSU
Wir setzen uns für eine klare Kennzeichnung des Energieverbrauchs ein. Wir wollen mit marktkonformen Mitteln die Verbreitung energiesparender Geräte fördern. Dabei streben wir anspruchsvolle Höchstverbrauchsstandards und Anreize für die Anschaffung besonders energiesparender Geräte an. Bei Elektrogeräten befürworten wir etwa das sogenannte Top-Runner Verfahren, bei dem der Verbrauch der effizientesten Geräte zum Standard für die Branche erhoben wird.
Die Position der Verbraucher muss weiter gestärkt werden, etwa durch eine verbesserte Umweltbildung, mehr Beratungsangebote und durch transparente Stromzähler. So können Verbraucher ihren Energieverbrauch gezielter steuern und Energie effizienter nutzen. Damit schützen wir das Klima und es findet aufgrund eines niedrigeren Verbrauchs auch eine Entlastung der Bürger statt
Die Linke
Die größte „erneuerbare Energiequelle“ steckt in den Köpfen. Durch kluge Nutzung von Strom, Wärme und Kraftstoffen kann mit weniger Energie mehr erreicht werden. Wir wollen deshalb nachhaltige Lebensstile und den effizienten Umgang mit Energie fördern sowie Energieverschwendung verteuern. DIE LINKE setzt sich für eine Verbrauchskennzeichnung nach Energieklassen ein, wobei die Zuordnung der Energieklassen zu den Produkten aufgrund der technischen Entwicklung alle zwei bis drei Jahre zu aktualisieren ist. Die Verbrauchskennzeichnung von Kraftfahrzeugen beispielsweise ist deutlich verbraucherfreundlicher zu gestalten, indem die Fahrzeuge, wie bei schon bei einigen Haushaltsgeräten bereits üblich, Klassen zugeordnet werden.
FDP
Die FDP will keine überzogenen Regulierungen wie das Glühbirnenverbot. Vielmehr wollen wir eine ökologische Konsumentenverantwortung, das heißt, eine bewusste Entscheidung des Einzelnen aufgrund transparenter Verbraucherinformationen. Strom- und Gasrechnungen müssen jedem Verbraucher ein genaues und verständliches Bild seines Energieverbrauchs geben – auch im Verlauf über das Jahr. Der Anteil staatlicher Belastung der Energiepreise muss dabei klar ersichtlich sein. Stromnetze mit intelligenter Technik müssen es den Energiekunden ermöglichen, sich über den aktuellen Stromverbrauch und den Einfluss einzelner Haushaltsgeräte zu informieren und die eigene Stromnachfrage optimal zu steuern. Die Informationen zu langlebigen Wirtschaftsgütern bezüglich Energie- und Wasserverbrauch müssen optimiert werden.
SPD
Einfache, auf einen Blick erfassbare Kennzeichnungen sind unerlässlich, um den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine schnelle Orientierungshilfe im täglichen Konsumalltag zu geben und Transparenz zu schaffen. Deshalb treten wir auch in anderen Bereichen für klare Produktkennzeichnungen ein. Wir haben die „ohne Gentechnik“-Kennzeichnung durchgesetzt, wir wollen die Nährwert-Ampel und klare Aussagen über Inhalte, Eigenschaften, Herkunft und Produktionsbedingungen. Die Energiekennzeichnung bei Haushaltsgeräten war ein großer Erfolg. Einfach, schnell erfassbar und problemlos vergleichbar – dies muss erhalten bleiben, wenn sie aktualisiert und ausgeweitet wird.
Auf der EU-Ebene wird derzeit die Rahmenrichtlinie zur Energiekennzeichnung novelliert. In der Frage der konkreten Ausgestaltung werden dabei verschiedene Kennzeichnungsmodelle kontrovers diskutiert. Das Label muss aus unserer Sicht eindeutig sein und darf nicht dazu führen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher über die Unterschiede zwischen den Produkten im Unklaren gelassen oder dass Energie einsparende Innovationen unattraktiv werden. Ob eine Kennzeichnung mit A -20 % diese Kriterien erfüllt, ist unklar. Wissenschaftliche Untersuchungen, die die Verständlichkeit der verschiedenen Kennzeichnungsmodelle für die Verbraucher überprüft haben, fehlen bisher. Wir begrüßen es daher sehr, dass die EU-Kommission im Juni vorgeschlagen hat, die Verständlichkeit der verschiedenen Labelvarianten in einer Verbraucherstudie wissenschaftlich zu überprüfen. Die Ergebnisse dieser Studie werden Grundlage für unsere weitere Positionierung sein.

